Peter (Pit) Pohlmann – ein Leben für und mit dem (Volleyball-)Sport ist zu Ende

SSVB | Verband

Peter Pohlmann ist am 08. Mai im gesegneten Alter von 92 Jahren verstorben. Noch beim letzten Treffen mit ihm, wie so oft in der Neuseenlandhalle, hatten meine Frau und ich ihn gut gelaunt angetroffen und mit ihm geschwatzt. Es gehe ihm gut und er würde gern 100 Jahre alt werden, sagte er in seiner verschmitzten Art. Leider hat er das nicht geschafft. 

Sein Tod trifft uns alle tief, auch weil er so unerwartet kam. Nehmen wir uns nun bitte die Zeit, ihn und sein vor allem sportliches Erbe in unserem Verein, in unserer Stadt nochmal zu würdigen. 

Peter, der inzwischen das langjährigste Mitglied der TSG Markkleeberg von 1903 e.V. war, kann als Begründer der Markkleeberger Volleyballtradition gelten. Im Dezember 1948 war er nämlich dem nach dem Krieg entstandenen Sportverein Turbine Markkleeberg beigetreten, aus dem die von ihm im Schuljahr 1954/55 an der Oberschule Markkleeberg (dem heutigen Gymnasium) mit 20 Jugendlichen gegründete Schulsportgemeinschaft Volleyball hervorging, aus der sich dann maßgeblich unter seiner Führung wiederum die Sektion Volleyball der BSG Aktivist Markkleeberg, unserer heutigen TSG Markkleeberg von 1903 e.V., entwickelte. Die Abteilung Volleyball ist heute eine der größten und erfolgreichsten Volleyballabteilungen im Freistaat Sachsen. Bis zum Jahr 2000 war er ihr Abteilungsleiter und in dieser Funktion gleichzeitig Vorstandsmitglied, dabei mehrere Jahre Stellvertretender Vereinsvorsitzender. In all diesen Funktionen hat er viele Jahre lang hervorragende ehrenamtliche Arbeit geleistet und damit großen Anteil an der positiven Entwicklung der Abteilung Volleyball und der TSG insgesamt.

Unzählige Jahre lang war Pit zudem einer der aktivsten lizensierten Übungsleiter der Abteilung, qualifiziert, geduldig und wohl vor allem deshalb erfolgreich. Pädagoge halt und Mensch mit viel Verständnis. Seine Begeisterung und Liebe zum Sport brachte er so einer heute kaum mehr zu ermittelnden Zahl von Markkleeberger*innen nahe. Seine besondere Liebe galt immer den Jüngsten (das, so meinte er, habe ihn auch selbst jung gehalten) und so wundert es nicht, dass im Nachwuchsbereich der Abteilung erfolgreich in allen Altersklassen gespielt wurde und bis heute gespielt wird. Mehrere ehemalige National- und Erstligaspieler haben das Einmaleins des Volleyballs bei ihm erlernt. Es vergingen nur wenige Wochenenden, an denen er nicht mit seinen Schützlingen in den Sporthallen der Region unterwegs war oder Turniere und Meisterschaften für Schulen und Verband organisiert und durchgeführt hat. Bis zuletzt war er als unermüdlicher Chronist der TSG und der Abteilung Volleyball tätig (sein Archiv ist eine wahre Fundgrube, diesen Nachlass zu sichten, wird uns herausfordern), sammelte Presseveröffentlichungen und informierte im Schaukasten, ist bei unzähligen Heimspielen „seiner“ Volleyballer*innen, deren Ehrenabteilungsleiter und zugleich Ehrenspielführer der 1. Männermannschaft er war, mit dem Fotoapparat zugegen gewesen. Den jüngsten Erfolg, den Aufstieg der Neuseenland-Volleys Markkleeberg – Damen hat er noch zur Kenntnis nehmen können und sich schon auf die Spiele in der 2. Bundesliga in der Neuseenlandhalle gefreut. Er kann diese nun leider nicht mehr erleben.

Sein Verständnis von Ehrenamt im Sport und von Gemeinwohl ist beispielgebend und macht ihn weit über seinen Tod hinaus zu einer herausragenden Persönlichkeit unserer Stadt und des Markkleeberger Sports im speziellen. Er war für viele Vorbild, hat letztlich auch mich als damals jungen Menschen für das Ehrenamt als Übungsleiter, Schiedsrichter und Vorstand begeistert. Und so schätzen speziell ich, aber mit mir sicher zahlreiche Menschen auch über die Vereins- und Stadtgrenzen hinaus Peter Pohlmann außerordentlich als Lehrer am heutigen Gymnasium, als Übungsleiter und als aktiven Mitstreiter im Ehrenamt der TSG Markkleeberg von 1903 e.V. und, was eigentlich das Wichtigste ist, über all diese Jahre als werteorientierten, verlässlichen, höchst hilfsbereiten und stets bescheidenen Menschen und guten, für mich in mancher Hinsicht fast väterlichen, Freund. Umso größer ist nun meine Trauer, die Trauer meiner Frau, der Mitglieder des gesamten Vereins und speziell der Abteilung Volleyball.

Auch in seiner beruflichen Entwicklung war Peter Pohlmann zumeist mit dem Sport verbunden: von 1954 bis 1980 als Sportlehrer an der EOS Rudolf-Hildebrand Markkleeberg), dem heutigen Gymnasium, danach bis 1986 als Bezirkstrainer Volleyball beim DTSB Bezirksvorstand Leipzig, von 1986 bis 1989 als Stadtverordneter in Markkleeberg und ab 1990 bis zu seiner Pensionierung 1996 als u.a. für den Sport in der Stadtverwaltung Markkleeberg verantwortlicher Abteilungsleiter. Auch im Volleyballverband und in der Stadtverwaltung ist die Trauer deshalb groß.

Die Liste der Ehrungen, die Peter Pohlmann für sein ehrenamtliches Wirken erfuhr, ist lang. Angeführt wird sie vom Bundesverdienstorden, der ihm 2013 verliehen wurde. Anlässlich des 50. Jahrestages der Gründung der Schulsportgemeinschaft Volleyball ehrte ihn der Markkleeberger Stadtrat 2005 mit der Verleihung der Ehrenmedaille und dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Markkleeberg. Ehrungen erfuhr er auch vom Landessportbund Sachsen (u.a. 1996 Ehrennadel in Gold und 2003 Ehrenplakette), vom Sächsischen Volleyballverband (u.a. 2005 Ehrennadel mit goldenem Kranz), vom Kreissportbund Landkreis Leipzig (u.a. 2012 Ehrenmedaille) sowie von „seinem“ Verein, der TSG Markkleeberg von 1903 e.V. (Ehrenmitgliedschaft 1993, Vereinsoscar 2006).

Vorstand und Mitglieder der TSG und sicher viele Bürger Markkleebergs und darüber hinaus trauern mit seiner Frau Waltraud und der ganzen Familie. Ganz besonders die Volleyballer werden sich an „ihren“ Pit stets gern erinnern und sein Andenken in höchsten Ehren halten.

Rainer Leipnitz // Ehrenpräsident der TSG Markkleeberg von 1903 e.V. im Namen sehr Vieler


Foto: Familie

veröffentlicht am Dienstag, 14. Mai 2024 um 13:24; erstellt von Peter, Sandra
letzte Änderung: 22.05.24 09:56

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