Corina Ssuschke-Voigt : "Man muss seinen inneren Schweinehund überwinden"

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Corina Ssuschke-Voigt, ihr Markenzeichen: Bunte, große auffällige Ohrringe. Eine starke Persönlichkeit mit der man als Trainer erst einmal zurecht kommen muss. Eine willensstarke Frau, die sich bis heute den Volleyball als den Mittelpunkt im Leben, neben ihren beiden Kindern, zugeschrieben hat. Egal ob Nationalmannschaft oder 3.Liga, "Curry" will aufs Feld und zocken.

Erst vor 2 Wochen darf Sie sich Sachsenmeisterin Ü31 nennen. Eigentlich kann Sie schon höhere Altersklassen spielen, denn im Jahr 2023 wurde Sie bereits Ü40 Weltermeisterin auf Mallorca. Neue Ziele und Herausforderungen stehen bei ihr im Zentrum des Volleyballs.

1. Wie bist du zum Volleyball gekommen?

Ganz klassisch mit Schulsport, ich wusste vorher nicht wirklich was Volleyball ist, das Netz zwischen den Teams hat mich fasziniert. Ich wurde am selben Tag gebeten in die Schul AG zu gehen und da war auch die Vereinstrainerin des CPSV Gerda Lermer zuschauen, die meinte ich sollte doch unbedingt zu ihr ins Training. Alles geschah an einem Mittwoch, in der 7. Klasse.

In der 9. Klasse wurde ich vom Bundesstützpunkt Dresden gefragt, ob ich wechseln möchte, somit bin ich mit 15 Jahren auf das Sportinternat gegangen, mitten in den Herbstferien. Das war auch die Fahrkarte zur Jugend- und Juniorennationalmannschaft und in die erste Liga des DSC, nach meinem Abitur.

2. Nach 7 Jahren DSC, spieltest du 6 Jahre in 5 verschiedenen ausländischen Vereinen? Hat es dir nirgends so gut gefallen oder wie kam es zu den vielen Wechseln?

Das ist als Profi völlig normal, dass man immer nach dem besten Verein sucht und auch den besten finanziellen Möglichkeiten. Ich habe jede Saison immer deutlich bessere Angebote bekommen. Meine Heimat  und Mittelpunkt war immer Dresden, deswegen war mir das Vereinshopping nicht wichtig. Am schönsten war Frankreich direkt an der Cote d’Azur, tolles Team mit Freundschaften bis heute. Am meisten verdient habe ich natürlich in Baku.

Der schwierigste Titel war in Polen zu holen, die Bedingungen und das Team waren ein graus, aber am Ende waren wir polnischer Meister!

3. Wie viele Länderspiele durftest du bestreiten und was war dein schönstes Highlight in der Nationalmannschaft?

Ich durfte bei insgesamt 250 Länderspielen auf dem Feld stehen. Die schönsten Siege waren der 3. Platz beim World Grand Prix (heißt jetzt VNL, Volleyball Nations League) und die zwei Vizeeuropameistertitel 2011 in Serbien und 2013 in Berlin.

 

4. Von der Vize-Europameisterin 2011 und 2013 zur Ü40-Weltmeisterin 2023. Was fasziniert dich an dem Sport, dass du nach einer so großen Karriere die Finger vom Ball nicht lassen kannst?

Volleyball macht einfach immens Spaß, ich hatte nie eine wirklich große Verletzung und bin auch aus den 2 Schwangerschaften wieder fit hervorgegangen. Dieser Sport ist einfach für jedermann ob jung oder alt, Frau oder Mann, es gibt sogar Mixed, man spielt es im Sand und in der Halle, alles macht einfach super Spaß, wenn man die richtigen Leute um sich herum hat. Ich brenne für diesen Sport und mit meiner Erfahrung wird es auch leichter.

Mein Lieblingspruch: „Wir hören nicht auf, zu spielen, weil wir alt werden. Wir werden alt, weil wir aufhören zu spielen!!!“

5. Welche Unterstützung war für deinen Erfolg unersetzlich? Was ist also dein "Erfolgsrezept"?

Das wichtigste ist der richtige Trainer der an einen glaubt! Ohne Gerda Lermer, Sergej Danilov, Arndt Ludwig und vorallem  Giovanni Guidetti hätte ich es nicht geschafft. Ich bin ein ehrlicher und authentischer Charakter und sage wenn mir was nicht ansteht, damit können nicht so viele Menschen umgehen, aber wenn man mein Feuer sieht und was es auslösen kann, wird es super und führt zu Titeln.

Man muss seinen inneren Schweinehund überwinden, und das schafft man nur mit der richtigen Unterstützung oder auch Belohnung. Giovanni schuldet mir übrigens noch 7 Cappucino.

Des weiteren haben mich meine Eltern immer unterstützt, waren bei fast allen Spielen, national wie international. In allen Auslandsstationen haben sie mich besucht, sind für Natio-spiele sogar bis Brasilien gereist. Und sie unterstützen mich heute noch, helfen mir mit den Kindern und kommen zum Spiel, wenn sie es schaffen.

 

6. Wie kann Volleyball-Deutschland deiner Meinung nach international erfolgreich sein?

Die jungen Deutschen müssen spielen, sie müssen aufs Feld! Ich wäre für eine Regelung das mindesten 3 Deutsche auf dem Feld stehen müssen! Im Ausland gibt es die Regelung das nur 1-3 ausländische Spieler überhaupt im Team sein dürfen.

Mein Jahrgang hat davon profitiert, dass der DSC noch nicht soviel Geld hatte, Heike Beier, Mareen Apitz, Christiane Fürst, Anne Matthes, Kerstin Tzscherlich und ich, wir mussten spielen, Lupo hat uns gefördert und gefordert. Es dauerte auch bis der Erfolg kam. Wir haben 2007 den ersten Deutsche Meister Titel zusammen geholt. Das waren 5 Jahre harte Arbeit. Und dann waren wir alle teilweise erste Stamm-6 in der Nationalmannschaft, das war schon toll.

Aber die Vereine wollen Titel holen, was sehr verständlich ist, denn nur so kommen die Sponsoren.

Die Nationalmannschaft ist außerdem nicht lukrativ, man spielt dort für die Ehre, oder dass man für die Vereinssaison ein gutes Angebot bekommt, weil man international gute Leistung gezeigt hat.

In vielen Ländern werden die Spieler ganz normal monatlich entlohnt oder bekommen Siegprämien, dazu fehlen jedoch im deutschen Volleyball die Sponsoren.

Vielen Dank Corina für das Interview und den Einblick in dein Leben.


Text: S.Peter (SSVB) / Bilder: Internet

veröffentlicht am Freitag, 26. Januar 2024 um 14:08; erstellt von Peter, Sandra
letzte Änderung: 28.01.24 19:34

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