Sachsenklasse

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Ein irres Spiel...

SV Meißen I vs. MSV Bautzen 04 I, 22.09.18, SK F Ost

Ein irres Spiel…

lieferten die Bautzener MSV-Volleyballerinnen am 2. Spieltag der Sachsenklasse am Samstag in Meißen ab.

Zwei Sätze lang ließen sie sich vom SV Meißen regelrecht abschießen und sahen keinen Stich. Dann starteten sie ein spektakuläres Comeback ins Match, wie man es selten gesehen hat.

Über die ersten beiden Sätze ist schnell berichtet. Meißen hatte zuvor mit einer starken Leistung Dresden-Coschütz bezwungen und beeindruckte vor allem mit einer kompakten Abwehr, die nur schwer zu knacken ist. Das hatte bei den Bautzenerinnen, die das Spiel ja schiedsen mussten, offensichtlich nachhaltige Wirkung hinterlassen. Mit viel zu viel Respekt und nicht viel Selbstvertrauen starteten sie in die Partie. Es gelang ihnen so gut wie nichts. Meißen hatte sich vor dem Spiel noch mit einer weiteren Topangreiferin verstärkt und spielte mit Bautzen Katz und Maus. Die Annahme wackelte, Block und Feldabwehr kamen gegen die schnellen, harten Angriffe regelmäßig zu spät, der eigene Angriff kam über Ansätze nicht hinaus und spielte über 50 % Dankebälle. Resultat: nach 42 Minuten stand es 0:2 (-15;-18) aus Bautzener Sicht.

Das war den Bautzenerinnen lange nicht mehr passiert. Sie standen mit dem Rücken zur Wand und alle in der Halle freuten sich bereits, nicht zu spät zum Abendessen zu kommen.

Nun hatten die MSV-Frauen nichts mehr zu verlieren und endlich die Köpfe frei. Im 3. Satz fingen sie an, sich zu wehren und holten auch die schweren Bälle zurück. Plötzlich war auch der Block erfolgreicher und Bautzen erzwang längere Ballwechsel, die sie immer öfter erfolgreich abschlossen. Der MSV spielte nun auf Augenhöhe, ging in Führung, büßte sie wieder ein, war aber immer dran am Gegner. Beim Stand von 17:20 sah es kurz so aus, als ob es für Meißen doch noch ein glattes 3:0 werden würde. Aber Bautzen gab nicht auf und glich erneut aus zum 21:21. Nun fingen die Meißnerinnen an, nervös zu werden. Sie hatten wohl nicht mit solchen Problemen gerechnet, wollten unbedingt den Sack zumachen. Die Bautzenerinnen aber hatten sich inzwischen regelrecht in einen Rausch gespielt und holten den Satz mit 26:24. Damit hatte niemand gerechnet und es sollte noch besser kommen.

Satz 4: Der Bautzener Höhenflug hielt an. Sie gingen erstmals zu Beginn eines Satzes in Führung. Aber Meißen war natürlich noch lange nicht geschlagen. Erneut gab es wechselseitige Führungen, doch diesmal war Bautzen öfter vorn. Die Feldabwehr entschärfte nun auch härteste Meißener Angriffe und vorn platzierten die Angreiferinnen mit einer überragenden Luisa Schubert an der Spitze die Bälle immer besser in den Meißener Lücken.

Auch beim 18:20 gegen den MSV hatte niemand das Gefühl einer Vorentscheidung. Wieder Ausgleich und nun regierte bei Meißen die Angst vor einem 5. Satz. Bautzen nutzte das konsequent zum 25:23. 

Das saß tief bei den Meißnerinnen. Der 5. Satz war eine ziemlich klare Angelegenheit für Bautzen. Bei 8:2 für den MSV wurden die Seiten gewechselt. Meißen kam maximal auf 4 Punkte heran. Der Tie-Break endete aber mit einem klaren 15:9 für Bautzen.

 An einen solchen 3:2-Sieg (-15;-18;24;23;9) können sich die Bautzenerinnen bisher nicht erinnern, auch der Trainer hat in seiner langen Laufbahn nur selten solche Spiele erlebt.

Nach den ersten beiden Spielen der Sachsenklasse hat Bautzen 2 Siege und 5 Punkte auf dem Konto. Wer hätte das vorauszusagen gewagt?

Für Bautzen spielten: A. Rieger, S. Jais, L. Schubert, L. Pasieka, D. Probst, M. Preußger, M.-L. Gehlauf, J. Spee

 C. Gruhl

veröffentlicht am Dienstag, 25. September 2018 um 08:03; erstellt von C.G., MSV Bautzen 04 e.V.

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