Sachsenklasse

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Ab in die 13. Sachsenliga-Saison

USV TU Dresden III vs. VF BW Hoyerswerda I, 08.04.17, SK M Ost
Volleyballfreunde gehen in ihre 13. Sachsenliga-Saison
Foto: R. Nobel

Volleyballfreunde gehen in ihre 13. Sachsenliga-Saison

Wie Volleyballsport begeistern kann, konnten am vergangen Samstag die 80 Zuschauer in Dresden erleben. Zum letzten Spieltag der Saison duellierten sich die drei besten Teams der Liga. In der ersten Begegnung lieferten sich der USV TU Dresden III (1.) und der VfL Pirna-Copitz 07 (3.) einen sehenswerten Schlagabtausch. Und da der Tabellenführer aus der Landeshauptstadt „nur“ mit 3:2 gewinnen konnte, stand im Anschluss das große Finale gegen die Volleyballfreunde Blau-Weiß Hoyerswerda (2.) an. Große Rechenspiele mussten nicht gemacht werden. Der Herausforderer durfte maximal einen Satz abgeben, damit auf der Zielgeraden noch der Meistertitel geholt werden kann.

Nach den verletzungsbedingten Ausfällen nach dem letzten Spieltag musste Trainer Alexander Philipp seine Aufstellung verändern. Er ersetzte Kapitän Steven Wildt als Mittelblocker und Tommy Hilse kam für Sebastian Ullmann im Außenangriff. Hoch motiviert begannen die Elsterstädter den ersten Satz. Andrè Lemkes druckvolle Aufschläge und taktisch clevere Blockarbeit von David Reining, Silvio Panoscha und Markus Zillich bescherten eine deutliche 5:0-Führung. In der Folge leisteten sich die Zusestädter ein paar kleinere Fehler und der komfortable Vorsprung schmolz dahin. Dresden nun ebenfalls mit gefährlichen Aufschlägen von der Grundlinie holte auf und zwang den Blau-Weiß-Trainer zur Auszeit (12:10). Diese durchbrach den Rhythmus der Gastgeber und nach dem Punktgewinn ging Silvio Panoscha zum Aufschlag und entschied den ersten Durchgang. Erst 9 (!) Sprungaufschläge später wechselte das Aufschlagsrecht und mit einer 23:12-Führung konnte der Tabellenzweite den Satz ruhig zu Ende spielen. Letztlich wurden nach 25:14 zum ersten Mal die Seiten gewechselt. Trotz des deutlichen Erfolges war sich der Coach bewusst, dass eine Leistungssteigerung von Nöten ist. Denn nur mit Aufschlägen kann man gegen einen starken Dresdner Sechser nicht gewinnen. Und so agierte der schon (fast) feststehende Sachsenligaaufsteiger aus Hoyerswerda im zweiten Satz stabiler in allen Elementen. Zur Satzmitte setzte man sich leicht ab (15:11, 19:13) und die 50 mitgereisten Fans konnten nach langen 26 Minuten die 2:0-Satzführung (25:21) bejubeln. Jetzt war nur noch ein Satz nötig, um nach dem gesicherten Aufstieg auch die Meisterschaft zu gewinnen. Dieser Erfolg vor Augen schien die Volleyballfreunde aber eher zu lähmen. Dresden nun mit veränderter Aufstellung präsentierte sich ihrerseits spielerisch stabiler und Hoyerswerda mit unglaublicher Aufschlagschwäche (10 Fehlaufschläge) bescherte den Satzverlust mit 25:22. Nun durften sich die Philipp-Schützlinge keinen weiteren Minussatz mehr erlauben. Ruhe und Erfahrung waren gefragt und so bekleidete Routinier Sven Steinhäuser die zweite Mittelblockposition neben Markus Zillich. Doch trotz guter Leistung konnte auch er nicht die Unsicherheit des Teams lösen. Zwar zeigten beide Teams spektakuläre Ballwechsel, aber an deren Ende meist der USV den Punkt machen konnte. Über die Zwischenstände 4:7 und 7:15 verflog so langsam die Hoffnung der Zusestädter. Seine letzte Option zog der Coach und wechselte sich für Tommy Hilse als Außenangreifer ein. Jetzt musste alles in die Waagschale geworfen werden, um den Titeltraum nicht zu begraben. Mit fantastischer Unterstützung von den Fans und leidenschaftlich kämpfend holten die Elsterstädter Punkt um Punkt auf und konnten sensationell mit 18:17 in Führung gehen. Alles war wieder offen und die Lautstärke beider Fanlager erreichte ihren Höhepunkt. Doch leider wurden die Fangesänge abrupt beendet. Beim Spielstand von 19:20 verletzte sich Spielertrainer Philipp bei einer Blockaktion am Knöchel und musste ausgewechselt werden. Von diesem Schock konnten sich die Volleyballfreunde nicht mehr erholen und mussten diesen Satz mit 22:25 abgeben. Damit stand der neue Ostsachsenmeister fest und der USV TU Dresden III feierte bereits ausgelassen auf dem Spielfeld. Doch noch war das Spiel nicht beendet und die Gäste wollten wenigstens noch den Sieg gegen den Meister einfahren. Euphorisiert vom Titelgewinn starteten Elbestädter besser in den Entscheidungsdurchgang (2:4, 7:5). Erst die wiedergewonnene Aufschlagstärke von David Reining brachte die Wende und bei 8:7 wurden letztmalig die Seiten gewechselt. In den folgenden Minuten waren beide Abwehrreihen auf Augenhöhe und die eigenen Angriffsmöglichkeiten konnten genutzt werden. Immer noch angetriebenen von den Fans verwandelten die Volleyballfreunde Blau-Weiß Hoyerswerda ihren ersten Matchball zum 15:13 und konnten wenigstens dieses Minimalziel erfüllen.

Trotz des nicht errungenen Meistertitels war keine Enttäuschung in den Gesichtern der Zusestädter erkennbar. Nach dieser unerwartet erfolgreichen Saison unter Neu-Trainer Philipp verabschiedet sich das Team in die Sommerpause und spielt als Aufsteiger in der Saison 2017/2018 Sachsenliga. Nicht mit im Kader wird dabei Sven Steinhäuser stehen. Er bestritt an diesem Tag sein letztes Spiel für die erste Mannschaft der Volleyballfreunde und wird nächstes Jahr seine Erfahrung in der Zweitvertretung weitergeben. Der Vorstand und Trainer danken ihm für jahrelanges Engagement als Spieler, Trainer und Schiedsrichter für die erste Mannschaft.

VFBW mit: Andre Lemke, Sven Steinhäuser (C), Markus Zillich, David Reining, Tommy Hilse, Silvio Panoscha, Alexander Philipp.      

veröffentlicht am Montag, 24. April 2017 um 10:09; erstellt von A. Philipp, R- Nobel

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