Jugendliga geht in die zweite Runde

Jugend

Am kommenden Sonntag (26.11.2017) ab 10 Uhr fliegt wieder der Ball in der Sächsischen Jugendliga U14. Die männlichen Mannschaften schlagen im Berufsschulzentrum in Zschopau (VC Zschopau) und die weiblichen Volleyballtalente im Schulsportzentrum in Dresden (Dresdner SC) auf.

21.11.2017 09:15

EM-Silber glänzt golden

Verband
Foto CEV: Die historischen Silber-Jungs.

Die DVV-Männer haben die Männer-EM in Polen mit Sensations-Silber beendet. Im Finale kassierte die Mannschaft von Bundestrainer Andrea Giani im sechsten Spiel die erste und einzige Turnier-Niederlage und verlor vor 10.592 Zuschauern in der Tauron Arena in Krakau denkbar knapp 2:3 (19-25, 25-20, 22-25, 25-17, 13-15) gegen Russland. Es waren die einzigen beiden Sätze, die Russland im Turnier abgeben musste. Punktbeste Spieler waren Georg Grozer (27), Tobias Krick (14), Denis Kaliberda (13) und Christian Fromm (11). Denis Kaliberda, Marcus Böhme und Georg Grozer wurden in das EM-Dreamteam gewählt. Das deutsche Team feiert die erste EM-Medaille in der Historie im Mannschaftskreis, ehe am 4. September bereits um 6.10 Uhr bzw. 6.15 Uhr die Flieger gen Berlin bzw. Frankfurt starten.

Schlechter Start und schlechtes Ende

Die DVV-Männer begannen das historische EM-Finale mit einer Veränderung in der sonstigen Standardformation dieses Turniers: Marcus Böhme, der im Viertel- und Halbfinale gegen die Tschechen und die Serben so überzeugt hatte, begann mit Tobias Krick im Mittelblock. Daneben standen Lukas Kampa, der aufgrund einer Wettschuld mit Jan Zimmermann mit Zopf spielen musste, im Zuspiel, Georg Grozer auf der Diagonalen, die Außenangreifer Denis Kaliberda und Christian Fromm, sowie Libero Julian Zenger auf dem Feld. Der Beginn verlief jedoch nicht nach Plan. Bereits nach wenigen Minuten nahm Giani eine erste Auszeit, weil Grozer zweimal am Block scheiterte und der deutsche Annahmeriegel zwei Asse kassiert hatte (2-6). Die Annahme „wackelte“ gegen die druckvollen Flatteraufschläge weiter, ein variables Angriffsspiel war so kaum möglich (5-10). Kam der erste Pass punktete das deutsche Team souverän, wie beispielsweise Böhme (7-10). Die DVV-Auswahl war nun deutlich besser in der Partie und punktete souverän mit einem angriffsstarken Fromm aus der Annahme. Als Böhme im Block zupackte und Grozer per Angriff und Aufschlag punktete, hieß es plötzlich Ausgleich (14-14). Jeder Punkt des Außenseiters, denn das war die deutsche Auswahl, wurde von den Zuschauern gefeiert. Als Grozer verzog und Kaliberda am Block von Mikhailov scheiterte, betrug der Rückstand wieder vier Zähler (16-20). Diese deutsche Mannschaft gab sich aber nicht geschlagen – das hatte der Turnierverlauf bereits zu Genüge gezeigt. Der eingewechselte Ruben Schott verkürzte mit einem sehenswerten Rückraumangriff erneut auf zwei Zähler (18-20), ehe die Russen dreimal in Serie punkteten und damit die Vorentscheidung erzwangen (18-23). Das deutsche Team deutete seine Qualitäten an, musste aber zweimal Serien kassieren, die ein besseres Ergebnis verhinderten.

Enorme Leistungssteigerung bedeutet Satzausgleich

Das deutsche Team blieb personell unverändert und erwischte einen sehr guten Start: In der Annahme stabil profitierte die DVV-Auswahl von zwei Mikhailov-Angriffsfehlern sowie einem Netzkanten-Ass von Krick (6-2). Als Grozer von der Grundlinie durchzog, hieß es komfortabel 8-3. Die DVV-Männer blieben vorne, weil der Angriff aus der Annahme weiter gut funktionierte. Eine starke Aufschlagserie von Kaliberda ließ die Giani-Jungs auf 14-8 davonziehen. Russland drohte der erste Satzverlust im Turnier, erst Recht, als Grozer aus der Abwehr die sechs Punkte-Führung hielt (16-10). Das deutsche Team war nun richtig „on fire“ und zog weiter weg – die Russen wirkten etwas ratlos (20-12). Schott und Simon Hirsch kamen aufs Feld und sicherten den Satzausgleich mit ganz starken Aktionen. Zwar schwächelte das deutsche Team nochmals kurz, insgesamt jedoch ein ganz starker Satz vom deutschen Team. Grozer nutzte den ersten Satzball. Dies war gleichzeitig der erste (!) Satzverlust der Russen im Turnier, weil das DVV-Team ganz stark aufschlug, aus der Annahme sicher punktete und dort klare Vorteile gegenüber den Russen hatte (48% zu 36%).

Kleinigkeiten machen den Unterschied

Wie verkrafteten die Russen den ersten Satzverlust? Wie kamen die Teams aus der 10-Minuten-Pause. Die ersten Antworten gab es früh: Grozer hämmerte weiter im Angriff und Aufschlag und war richtig gut in der Partie. Die Russen hatten auf der Annahme-Position und im Mittelblock gewechselt (4-4). Nur die Aufschläge waren zu Beginn zu fehlerhaft – das Risiko mussten die deutschen Spieler aber auch nehmen, um die Russen unter Druck zu setzen. Weil Grozer einmal am gegnerischen Block scheiterte, ging es mit einem Break Rückstand in die erste technische Auszeit (6-8). Mit seiner Aufschlag-Variabilität erhöhte Volkov auf vier Punkte – Giani nahm sofort eine Auszeit (6-10). Der erneut starke Krick punktete per Angriff und Einerblock doppelt – schon sah es wieder besser aus (9-11). Grozer verkürzte per sehenswertem Cut aus dem Rückraum und lud dann einmal richtig am Aufschlag durch. Die vierfache Säge und der Ausgleich waren die Folge (12-12). Ein weiteres Ass, dieses Mal von Fromm, brachte die erste Führung (14-13), bei der Rettungsaktion sprang der russische Libero dem deutschen Scout Roberto Ciamarra auf dem Laptop und zertrümmerte diesen. Nach zwischenzeitlichem Führungswechsel ist es erneut ein Aufschlag-Winner des deutschen Teams, der die Minimal-Führung bedeutet (17-16). Die Russen suchten nun immer wieder Mikhailov, der sich langsam einschoss. Ein Fromm-Block stoppte den Weltklasse-Mann im richtigen Moment (20-20). Dann hieß es erstmals seit langer Zeit wieder Zwei-Punkte-Rückstand, weil der eingewechselte Zhigalov einen Aufschlag auf die deutsche Linie setzte (21-23). Das reichte, weil den DVV-Männern kein Break mehr gelang und Russland gleich die erste Chance auf die 2:1-Satzführung durch Mikhailov nutzte. Das extrem hohe Risiko im Aufschlag (7 Fehler, 4 Asse) war und ist das richtige Mittel, die Russen machten einen Tick weniger Fehler und gewannen deshalb.

DVV-Männer drehen auf

Der erfahrene Butko blieb bei den Russen auf der Zuspiel-Position, das deutsche Team agierte unverändert. Und gut! Krick und Kaliberda brachten mit ihren Angriffen das 3-1, die Russen konterten und konnten das Spiel wieder ausgleichen (6-6), ehe Böhme im Einerblock zufasste (8-6). Schade, dass Fromm die gute Punktchance aus dem Rückraum vergab, dann punkteten aber Kampa (Aufschlag) und Krick (Angriff) doppelt, die DVV-Männer waren stark in Block-Abwehr und sehr aufmerksam – es roch stark nach Tiebreak (14-9). Russland wechselte Zuspieler und Diagonalangreifer, Kampa schlug sensationell auf, Krick machte gnadenlos weiter (16-9). Als Grozer Schnellangreifer Vlasov brutal blockte, betrug der Vorsprung sensationelle neun Punkte (19-11). Der Rest war nur noch Formsache für diese formidable deutsche Mannschaft, die es tatsächlich schaffte, die russischen Riesen in den Tiebreak zu zwingen. Grozer schoss beim zweiten Satzball Grankin ab. Starke Aufschläge, eine immer besser funktionierende Block-Abwehr (5:1-Blocks) , ein viel besserer Angriff (52% zu 30%) und ein unglaublicher Wille ließen den Satz zu einer Machtdemonstration werden und den Favoriten gewaltig wanken.

5:2-Start reicht nicht

Russland wechselte erneut, kein Zeichen von Souveränität. Die ersten beiden Punkte gingen an die Russen, die nächsten beiden ans deutsche Team, weil u.a. Krick unwiderstehlich zuschlug (2-2). Als Böhme und Grozer hintereinander am Netz zupackten, war das die Punkte drei und vier in Folge. Und damit nicht genug: Grozer legte nach sensationeller Krick-Abwehr den Ball über den russischen Block zum 5-2. Die schöne Führung war jedoch schnell dahin, weil Grozer zweimal völlig verzog (5-5). Kurze Zeit später gingen die Russen in Führung, weil Fromm am Block scheiterte (6-7). Mit 8-7 wurden die Seiten ein letztes Mal gewechselt, weil Mikhailov verzog. Schockmoment wenig später, Grozer knickte um, konnte jedoch weitermachen, Russland legte wieder vor (8-9). Und legte nach: Mikhailov und Volkov nutzten die Punktchancen (9-12). Das deutsche Team blieb mit einem Grozer-Block dran, es mussten aber weitere Breaks für die Sensation für den Titel her (11-13). Kaliberda schlug ein Ass, dann hatten die Russen Matchbälle (12-14). 13-14 und Jan Zimmermann kam für den Aufschlag, der Angriff von Mikhailov war aber zu gut. Bitter, aber grandios zugleich: Das deutsche Team war voll auf Augenhöhe und hatte den Sieg verdient. Die kleine Schwächephase nach dem 5:2 im fünften Satz kostete den EM-Titel.


DVV

veröffentlicht am Montag, 4. September 2017 um 10:56; erstellt von Eberhard, Maria
letzte Änderung: 04.09.17 10:58

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